Christian Wulff will wieder im Chor singen – Mediziner rät ab Empfehlung

Donnerstag, 28 Mai 2020 17:33
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geschrieben von epd

 

 

Hannover  Altbundespräsident Christian Wulff (Foto, CDU) hofft, dass Chöre bald wieder wie gewohnt proben und auftreten können. Neueste Studien legten nahe, dass es beim Chorsingen kein spezifisch erhöhtes Ansteckungsrisiko für Corona gebe, sagte Wulff, der Präsident des Deutschen Chorverbandes ist.

Es gibt allerdings Fachleute, die das anders sehen. So warnt der Musik-Mediziner Eckart Altenmüller Chöre und Gesangvereine davor, angesichts der Corona-Pandemie zu schnell wieder mit dem gemeinsamen Singen zu beginnen. „Im Chor zu singen, ist sehr gefährlich“, sagte der Hochschul-Professor aus Hannover gestern. Weil Chorgesang unmittelbar mit dem Atmen zu tun habe, bestehe ein hohes Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. In diesem Fall könne sich das Virus tief in der Lunge einnisten. „Wenn wir vermeiden wollen, dass sich diese Pandemie wieder ausbreitet, dann sollten wir im Moment keinen Chorgesang erlauben“, sagte Altenmüller.

Optimistisch geschätzt könne das Singen in großen Chören in geschlossenen Räumen vielleicht Mitte September wieder beginnen. Neben der klassischen Tröpfcheninfektion gehe vor allem von den sogenannten Aerosolen eine Ansteckungsgefahr aus, erläuterte er. Das sind kleinste Tröpfchen, die so leicht sind, dass sie in der Luft schweben. Unter bestimmten Bedingungen halten sie sich nach Auskunft des Mediziners bis zu drei Stunden in der Luft. Aerosole können laut Altenmüller etwa drei bis fünf Meter weit fliegen. Angaben, nach denen Aerosole beim Singen noch sehr viel weiter geschleudert können, bezeichnete der Forscher allerdings als überzogen.

Auch Christian Wulff betont, über aller Hoffnung auf Normalität stehe der Wunsch nach Sicherheit: „Ich sehe auch bei den Chören, dass sie in großartiger Weise Verantwortung für alle übernehmen und nicht überstürzt handeln.“ Der Deutsche Chorverband arbeite intensiv an einem grundlegenden Hygienekonzept, das in modifizierter Form als Basis für die einzelnen Chöre und die Gesundheitsämter dienen könne, sagte Wulff. Als Alternativen zum normalen Singen sei zurzeit etwa Singen in Hallen und auf Stadiontribünen, „überhaupt jetzt im Sommer im Freien oder mit Abständen in belüfteten Räumen“, möglich. Viele Chöre träfen sich seit Wochen schon online in verschiedensten Formaten. epd

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